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Onkelz & BOM 15.07.2004 |
Kevin Richard Russell
(* 12. Januar 1964 in Hamburg) ist ein deutscher Musiker und gehört zu den drei Gründungsmitgliedern der deutschen Rockband Böhse Onkelz. Seit 1980 bis zur Entscheidung (2004) der vier Bandmitglieder, keine Songs mehr zu veröffentlichen, war er der Leadsänger der Band.
Kevin Richard Russell wuchs als jüngstes von drei Kindern (eine Schwester und ein Bruder) auf. Sein Vater, ein Brite, arbeitete zu dieser Zeit als Pilot bei der Lufthansa, seine Mutter kam aus Hamburg. Ihre Alkoholsucht wirkte sich negativ auf die Familienverhältnisse aus. Russell besuchte zwar zeitweise die Realschule, verließ diese aber ohne Abschluss und versuchte schließlich, über ein Berufsgrundschuljahr in einer Elektrofachschule, den Hauptschulabschluss zu erlangen.
1977 wechselten er und seine Familie den Wohnsitz von Hamburg nach Hösbach. Dort lernte er Peter Schorowsky und Stephan Weidner kennen, mit denen er im November 1980 die Rockband Böhse Onkelz gründete.
Er begann eine Ausbildung als Schiffsmechaniker, die er allerdings nicht abschloss und arbeitete später als Tätowierer.
Russell litt bis 1994 unter massiven Drogen- und Alkoholproblemen. Diese Problematik wird auch in einigen Liedern wie z. B. "Hast du Sehnsucht nach der Nadel", "H" oder "Leiden" thematisiert.
In musikalischer Hinsicht zeichnete er sich durch seine besonders rauhe und durchdringende Stimme aus, welche gekoppelt mit seinem Hamburger Dialekt als nahezu unverwechselbar gilt.
Im Januar 2006 wurde Russell in der Mainzer Uniklinik stationär behandelt; seitens der Band wurde als Grund dafür ein schwerer Drogenrückfall angegeben. Es kam zu einem bakteriellen Infekt, weshalb er sich einer Hirnoperation unterziehen musste. Dies führte dazu, dass er vom 12. bis zum 27. Januar 2006 im künstlichen Koma lag.
In dem am 15. Mai 2006 von der Band „Nordend Antistars“ veröffentlichten Stück "Unser Stadion - unsere Regeln" ist Russell erstmals seit seinem Koma - als Backgroundsänger - zu hören.
Kevin Russel wohnt zur Zeit im Vordertaunus (Kelkheim) mit seinem Sohn.
Stephan Weidner
(* 29. Mai 1963 in Alsfeld) alias „Der W“ ist ein Musikproduzent, Bassist und Songwriter. Bekannt geworden ist er als Kopf, Bassist und Sänger der Band Böhse Onkelz.
Weidner wuchs zunächst in Frankfurt am Main auf, bis sein Vater 1966 die Familie verließ. Schon früh entwickelte er sich zu einem problematischen Schüler. Da er von hessischen Schulen abgelehnt wurde, zog der Vater 1976 mit ihm nach Hösbach in Bayern, wo er allerdings keinen Abschluss erwarb. In Hösbach lernte Weidner Kevin Russell und Peter Schorowsky kennen.
Weidner ist geschieden und hat einen Sohn.
1980 gründete Weidner zusammen mit Kevin Russell und Peter Schorowsky die Böhsen Onkelz. Weidner spielte zunächst E-Gitarre; nachdem Matthias „Gonzo“ Röhr 1981 zur Band stieß, übernahm er den Bass. Im Sommer 2005 löste sich die Band auf.
Am 15. Mai 2006 veröffentlichte er zusammen mit anderen Künstlern (u.a. Daniel Wirtz von Sub7even) unter dem Bandnamen „Nordend Antistars“ die Stücke „Unser Stadion - unsere Regeln“ und „Gewinnen kann jeder“ als Stadionhymnen zur Fußball-WM 2006.
Am 18. April 2008 veröffentlichte Weidner unter dem Namen Der W die Single Geschichtenhasser aus seinem am 25. April 2008 erschienenem ersten Soloalbum Schneller, höher, Weidner. Einige Songs dafür nahm er zusammen mit der amerikanischen Band Pro-Pain auf. Er stieg mit seiner Debütsingle Geschichtenhasser auf Platz 38 der Singlecharts ein und verbesserte sich in der darauf folgenden Woche sogar bis auf Platz 19. [4] Trotz oder gerade wegen dieser Verkaufserfolge gerät seine Vergangenheit als Bandmitglied der Band Böhse Onkelz immer wieder in den Blickpunkt. So wirft ihm die Süddeutsche Zeitung[5] vor, gezielt mit Texten und Symbolik des Nationalsozialismus zu flirten. Diese Sichtweise wird von der Musikfachpresse allerdings angezweifelt.[6] Seine Absicht ist es, für ein starkes Signal in der Musiklandschaft zu sorgen, und sich vom Establishment der Musikindustrie abzugrenzen. Des Weiteren sucht er auch die offene Kritik an Popgrößen, die längst im allgemeinen gesellschaftlichen Konsens angekommen sind, wie beispielsweise Udo Lindenberg und Die Prinzen. [7]
Im Februar 2008 gründete er sein eigenes Label W-Couture, mit dem er u.a. T-Shirts verkauft.
Im Frühjahr 2009 (März und April) wird er auf Tournee durch Deutschland, Niederlande, Österreich, Luxemburg und Schweiz gehen. [8]
Weidner steuerte 1992 für den Dance 2 Trance-Titel „Remember Exxon Valdez” (Album: „Moon Spirits“) die Gitarren-Riffs bei. Mit Pro-Pain nahm er 2004 für das Album „Fistful of Hate” den Song „Godspeed“ auf, in welchem er den Refrain singt. Auf dem Album „LOVECHAINSNROCKETS“ von Sub7even (2006) übernahm er die Backing-Vocals in dem Song "F*** about".
Nachdem er schon einen Großteil der Onkelz-Alben produzierte und das Label Rule23 Recordings gründete, wurde er 2000 erstmals für eine andere Band tätig und produzierte für die Band Suprasod deren gleichnamiges Debütalbum. Mit Sub7even, die mit den Onkelz bereits 2001 auftraten, produzierte er deren drittes Album „LOVECHAINSNROCKETS“, welches am 26. Mai 2006 erschien. Ebenfalls 2006 produzierte er die oben genannte Single „Unser Stadion - unsere Regeln“.
Matthias „Gonzo“ Röhr
(* 16. April 1962 in Frankfurt-Bockenheim) ist ein deutscher Gitarrist, der als Mitglied der Böhsen Onkelz bekannt wurde. Seit dem Ende der Band nennt er sich Matt Roehr.
Röhr wuchs im Frankfurter Raum, in einer streng katholischen Familie auf. Ihren Vater bekamen die vier Geschwister nur selten zu Gesicht, da er die Woche über in seinem Lebensmittelladen und später in seinem selbst eröffneten Kiosk in Frankfurt beschäftigt war. Röhrs Familie wechselte oft den Wohnort, blieb jedoch immer im Großraum Frankfurt.
Als er 1980 in die Frankfurter Punk-Szene kam, hatte er bereits in mehreren Bands gespielt. Die bekannteste und letzte Band in der er vor dem Einstieg bei den Böhsen Onkelz spielte, hieß Antikörper. 1981 stieg er als viertes Mitglied bei den Böhsen Onkelz ein, bei denen er zunächst Bass spielte. Mit der Aufnahme Röhrs stieg die musikalische Qualität der Band drastisch an. Noch vor den ersten Veröffentlichungen der Böhsen Onkelz auf dem Sampler Soundtrack zum Untergang 2 wechselte er wieder zur Gitarre, nachdem er sich spieltechnisch wesentlich versierter als Stephan Weidner präsentiert hatte. Dieser übernahm daraufhin das Bassspiel. Röhr bestand in beinahe allen Songs auf ein Solo seinerseits, was konträr zur damaligen Punk-Musik stand, deren spielerisches Niveau nicht immer hoch war.
Er spielte bei den Onkelz von 1981 bis zur Entscheidung (2005) der vier Bandmitglieder die Band aufzulösen. Nach dem Ende der Band gab Röhr bekannt, weiterhin als Musiker aktiv zu sein, was er auch in seinem Buch "Meine letzten 48 Stunden mit den Onkelz" stark zum Ausdruck brachte.
2007 beendete Röhr die Aufnahmen zu seinem ersten Soloalbum. Es trägt den Titel „Barra da Tijuca“ und wurde am 26. Oktober 2007 veröffentlicht. Er ist damit der erste der Onkelz, welcher sein Soloprojekt veröffentlichte. In dem kombiniert Röhr musikalische Elemente von verschiedenen Musikrichtungen (Jazz, Blues, Funk und Hard Rock). Fachblätter wie der Metal Hammer und auch zahlreiche Musikseiten loben Röhrs Werk, welches er selbst produzierte und auch die Texte selbst schrieb. Unterstützt wurde er von den Musikern Charlie Huhn (Vocals, u.a. Gary Moore, Ted Nugent, Victory), Glaucio Ayala (Drums, u.a. Engenheiros do Hawaii, Linox), Marcelo Linhares (Bass) und Stephan Weiler (Gastspieler am Keyboard der Böhsen Onkelz). Zur Vorstellung seines Albums kam er im Januar 2008 nach Deutschland. Auftakt der Barra da Tijuca-Tour war am 6.1. in der Dortmunder Westfalenhalle.
Röhr wechselte bisher für jede Tour fast sein komplettes Equipment. So waren es in den frühen Jahren meistens Gitarren des Typs „Gibson SG“ die er für Aufnahmen und Konzerte benutzte; zu sehen ist diese z.B. auf „Live in Dortmund“ von 1996.
Bei allen Konzerten der letzten Jahre (außer der Tour 08) verwendete er außerdem die Gibson SG Doubleneck für die Songs „Nichts ist für die Ewigkeit“ sowie „Erinnerungen“, weiterhin eine Martin Eric Clapton Signature Akustikgitarre für „Wieder mal 'nen Tag verschenkt“, „Ein langer Weg“ und „Ich bin in dir“.
Peter Schorowsky
(* 15. Juni 1964 in Hösbach; Pseudonym: Pe) ist Gründungsmitglied der deutschen Rockband Böhse Onkelz und war deren Schlagzeuger bis zur Auflösung der Band.
Peter Schorowsky wuchs in einer streng katholischen Familie, als zweiter von vier Brüdern, im bayerischen Hösbach auf, wo er den Hauptschulabschluss machte. Hier lernte er auch Stephan Weidner (aufgrund eines Schulverbotes in Hessen) und Kevin Russell (nach dem Umzug dessen Familie aus Hamburg) kennen. Anschließend erlernte er den Beruf des Schweißers. Von 1980 bis 2005 war er Drummer der Böhsen Onkelz.
2005 veröffentlichte er sein erstes Buch mit dem Namen „Sophisticated: Aliens, Fliegenschiss & Mamas BH“. Heute lebt er in Unterägeri (Schweiz).
Beeinflusst durch englischsprachige Punkbands dieser Zeit, gründet er mit Stephan Weidner und Kevin Russell im November 1980 die Böhsen Onkelz und wurde deren Schlagzeuger. Nachdem die Band Mitte der 80er aus der Oi!-Szene ausstieg, hatten sie Anfang der 90er große kommerzielle Erfolge, die sich ungebrochen bis zur Auflösung der Band im Jahre 2005 hinzogen. Insgesamt schafften es 6 Alben der Band auf den 1. Platz der deutschen Albumcharts, darunter die letzten 4 Studioalben.